Welt des Wahnsinns
Ein zweites Beispiel soll Euch zeigen, dass nicht alle Menschen unseren Katalog
oder die kleinen Flyer lustig finden. Nun, Humor ist eben ein schwieriges Thema.
Zur Erklärung:
Die Verfasserin des folgenden Briefes hatte sich von unserem Marktstand einen
kleinen Flyer mitgenommen der u.a. diese Beschreibungen enthielt:
„Wat is denn da drin, in die Dinger?
Antwort: Nein, kein Reis! Auch keine gefriergetrockneten Popel (wir würden
niemals Lebensmittel als Füllmaterial verwenden)! Es sind einfach nur naturfreie,
von blinden tibetanischen Jung-Mönchen unter Wasser mit dem Mund geformte
Granulat-Perlen!“
„Was, wenn mein Taschengeld nicht mehr reicht, weil ich mir grade für
„nur 3,50 Euro“ eine Bratwurst am Stand gegenüber gekauft habe
und nun leider pleite bin?
Antwort: Die Bratwurst hättest du so oder so besser weggelassen, die bommelt
dir morgen früh schon wieder in der Schlafanzughose hin und her…
Du kannst aber alle Perlsacktiere auch bei uns rund um die Uhr bestellen.
Geht ganz leicht! Einfach www.perlsacktiere.de anklicken und los geht’s!“
Man kann entweder darüber lachen oder auch nicht…
Susanne aus Hessen war eher weniger begeistert:
Hallo,
ich habe auf dem Museumsuferfest in Frankfurt ein Perlsacktier gekauft. Diese
Kreationen sind wunderschön und ich musste einfach einen Hasenbommel haben.
Die anderen haben mir auch gefallen und erst dachte ich, es wird sicher nicht
mein letztes Perlsacktier sein. Leider finde ich weder den beigefügten Handzettel,
noch die teilweise sehr abstrusen Artikelbeschreibungen auf eurer Website sehr
geglückt. Ich bin sicher alles andere als prüde oder wie die Bayern
sagen „g´schamig“, aber bitte, was suchen derbe Ausdrücke
und Fäkalsprache in der Beschreibung für diese eher niedlichen Geschöpfe?
Ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich das mit der Bratwurst in der Schlafanzughose
gelesen habe. Auf der Rückseite geht’s weiter mit den „gefriergetrockneten
Popeln“. Beides ist schlichtweg ekelhaft. Diese Art von Humor (und ich bin
sicher, ihr seid der Meinung, dass es sich hier um Humor handelt) wird einige
Kunden garantiert davon abhalten, (weitere) Tiere zu „adoptieren“.
Es ist einfach geschmacklos und passt eher an einen Altherren-Stammtisch, als
in eine Artikelbeschreibung für Stofftiere. Ist euch klar, dass auch Kinder
diese Zettel in die Finger bekommen?
Die Beschreibungen auf euerer Website (z.B. Drache und Arschkriecher) sind teilweise
genauso widerlich. „Der Darm ist noch warm“? (Es ist ok, dass einige
Menschen ihre Fäkal-Phase niemals überwinden, aber bitte, bitte, lasst
das doch weder an euren Kunden, noch an den Perlsacktieren aus.
Ich hoffe, ihr überdenkt das noch mal, denn ich bin sicher, dass einige Menschen,
die eure Info-Zettel mitgenommen haben, dann vom Kauf absehen, weil sie sich vor
Ekel schütteln beim Durchlesen.
Freundliche Grüße
Susanne
Unsere Antwort:
„Kunst darf alles!“ (Joseph Beuys)
Es gab sogar noch eine weitere E-Mail in der gleichen Richtung. Damit sind aber auch schon alle negativen Reaktionen abgelichtet, die wir in den letzten 15 Jahren – zumindest in schriftlicher Form (von den anonymen Drohanrufen wollen wir heute noch nichts erzählen) erhalten haben. Gemessen an den tausenden begeisterten Lobbekundungen ein verschwindend geringer Gegenpart.
Sehr geehrte Damen und Herren!
Nachdem ich auf einem Markt eines Ihrer Tiere erstanden habe, wollte ich mit einer
Bekannten und ihren Kindern in Ihrem Onlineshop stöbern, um weitere Tiere
zu erwerben.
Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass wir wegen der wirklich
geschmacklosen Artikelbeschreibungen leider vom Kauf absehen müssen. Ich
bin ansonsten auch kein Fan von „Political Correctness“, aber ich
finde die Texte wirklich schlecht und nicht zum Kauf animierend.
Nicht einmal
unsere Kinder haben die Beschreibungen witzig gefunden. Ich hoffe, Sie nehmen
sich die Kritik zu Herzen (und bieten vielleicht einen eigenen Webshop mit weniger
obzönen Texten an).
Ein sehr enttäuschter
Hans-Peter L.
Antwort:
Okay, Susanne, wir haben es ja verstanden…

