Kunden des Wahnsinns
Liebe Sacktierfreunde, um euch zu zeigen, dass wir nicht nur mit Lob überschüttet
werden oder täglich Dutzende freundlicher Anfragen erhalten, möchten
wir euch zwei wunderbare Beispiele aus der Welt des Wahnsinns präsentieren.
Wir nehmen euch nunmehr mit, auf eine Reise durch die Abgründe menschlichen
Denkens. Begleitet uns auf der Bake des normalen Verstandes durch die geheimnisvolle,
tiefdunkle Lagunenwelt der Idiotie…
Neues aus der Welt des Wahnsinns
So, liebe Kinder, es ist Zeit
Euch mal wieder zu berichten, welche seltsamen Geschichten das angeblich
wahre Leben so schreibt.
Es begab sich im November des letzten Jahres auf dem weltberühmten Duisburger Weihnachtsmarkt, dass an unserer Perlsacktier-Hütte zwei Herren vorstellig wurden. Sie kamen in der Absicht, unser aller Gesundheit und Leben zu schützen. Was bedeutet, es handelte sich um Beamte. Aber nicht um Polizisten, nein, diese ehrenwerten Männer kamen im Auftrag des Gesundheitsamtes!
Zunächst ergab sich der Verdacht, die Männer wären irgendwo weggelaufen und man sollte sie schnellstens wieder dorthin zurück bringen lassen. Doch sie führten Ausweise bei sich, mit denen sie sich legitimieren konnten.
Da stellte sich erstmal die Frage, was sie an unseren Stand geführt hatte:
Unsere Sackbearbeiterin vor Ort,
Kim (26, sauber und kerngesund), war ebenso überrascht. Essbares konnte
man bei uns nicht erwerben und die „Schweinegrippe“ war noch nicht
erfunden worden…
Die Herren erklärten, sie würden gerne eine „Probe“ von den Tieren entnehmen, um zu prüfen, ob die kleinen Säcke gesundheitliche Schäden bei den „Verbrauchern“ hervorrufen, aber nicht durch Suchtsymptome, wie viele von Euch jetzt bemerken werden, sondern durch körperliche Leiden (Allergien, Zahnfäule oder Nasenhaarausfall). Schließlich kann man die Tiere ja auch in den Mund stecken, wurde angemerkt. Daher sei es quasi die Pflicht des Gesundheitsamtes, eine genaue Labortechnische Untersuchung einzuleiten!
Die Staatsdiener forderten nun zwei identische Perlsacktiere ein. Eines würde in einer Forschungsstätte des Landes NRW untersucht, das andere müsse als Gegenbeweis eingeschweißt und verplombt in der Hütte verbleiben!
Was für eine schreckliche Vorstellung. Kim war ratlos. Welche beiden Tiere sollte sie auswählen. Keines war an diesem Tag besonders frech gewesen und hätte eine solche Strafe verdient gehabt…
Dazu kam noch der wirtschaftliche Schaden dieser Aktion. Das im Labor sezierte kleine Wesen würde nie mehr zu den anderen zurückkehren, soviel war klar.
Sie wählte daher zwei Grippeviren
(Kuschel-Influenza genannt), was der Situation und der zuständigen
Behörde angemessen erschien.
Hier seht ihr das zurückgelassene,
in eine Plastikfolie verschweißte kleine Virus. Seht mal, wie traurig
es guckt…
Das ist aber kein schönes Ende für eine Gute-Nacht-Geschichte,höre ich Euch jetzt rufen. Und ihr habt ja Recht.
Noch am gleichen Tag griff der gute Prof. Dr.Sack persönlich zum Telefonhörer und erkundigte sich beim Duisburger Gesundheitsamt über diese ungewöhnliche Aktion. Es war ein freundliches Gespräch unter Fachleuten, deren Inhalt an dieser Stelle für Laien nur sehr schwer zu vermitteln wäre. Allerdings gab es etwas, das selbst wir nach langem Nachdenken immer noch nicht verstehen:
Sollte das Laborergebnis irgendwelche Giftstoffe nachweisen, bekämen wir umgehend ein Schreiben zugestellt mit entsprechenden Konsequenzen. Wenn aber alles in Ordnung ist, gibt es keine Benachrichtigung (also auch kein Papier, mit dem wir in Zukunft solche Prüfungen verhindern können…).
Und dies ist jetzt das Ende:
wir haben nie wieder was gehört – also Happy End!
Aber die grauen Männer können
jederzeit wieder kommen…
Im Dezember 2005 erhielten wir diese Bestellung:
| Pos. | ANr. | Artikel | Mg. |
Preis |
Summe: |
|
![]() |
||||||
| 1. | Bommel | Die Bommel-Familie | 1 |
0.00 |
0.00 |
|
| 2. | Dieter | Dieter Drachenbommel | 2 |
0.00 |
0.00 |
|
| 3. | DB 1 | Dieter Drachenbommel | 1 |
15.00 |
15.00 |
|
| 4. | HB 2 | Herbert Herbstbommel | 1 |
13.50 |
13.50 |
|
| 5. | 048BLn | Braunbär | 1 |
10.00 |
10.00 |
|
![]() |
||||||
| Zwischensumme: | 38.50 |
|||||
| Versandkosten o.a. | 4.00 |
|||||
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||||||
| Gesammtsumme in EUR | 42.50 |
|||||
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![]() |
||||||
| MwSt. (16%) in EUR | 5.86 |
|||||
Zahlungsweise: Rechnung
Versandart: Post
Bemerkungen: Braunbär in hell
Gabriele N.
P. Training
Institut für Konflikt- und Personalmanagment
„Humor ist die Humanisierung der Wahrheit.“ (Thomas Mann)
Die Bestellung wurde von uns wunschgemäß erledigt. Dachten wir jedenfalls…
Denn kurze Zeit später erhielten wir folgende E-Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren,
gestern erhielt ich ein Päckchen von Ihnen. Die bestellten Artikel
der Positionen 1 und 2 meiner Bestellung sind nicht geliefert worden.
Ich bitte Sie, diese Artikel umgehend nachzuliefern bis spätestens zum
19.12.2005. Vielen Dank!
Gabriele N.
Soweit scheinbar ein normales Anschreiben. Jedoch könnt ihr in der ersten Antwort unserer Mitarbeiterin Inge schon erahnen, wie es weiter geht:
Hallo Frau N.,
also die Artikelbeschreibungen lassen sich in unserem Online Shop nicht anders
darstellen. Man kann bei uns nur Tiere bestellen, wo auch Preise dran stehen.
Das ist ein technisches Problem. Es hat sich darüber aber noch nie jemand
beschwert…
Schöne Feiertage und einen Guten Rutsch
Inge Ulrich
Der kleine Tierpfleger
Für unsere Inge war der Fall damit scheinbar erledigt. Nicht jedoch für Frau N.. Die legte jetzt erst richtig los:
Sehr geehrte Frau Ulrich, nun dann bin ich eben die Erste…
Unser Verständnis
war und ist folgendes: Diese Artikel werden von Ihnen kostenfrei zur Verfügung
gestellt, aus welchen Gründen auch immer. Die Bestellliste weißt eine
einwandfreie Lieferbestätigung dieser Artikel Ihrerseits aus. Wir erwarten
eine umgehende Belieferung. Vielen Dank!
Beste Grüße
Gabriele N.
Inge versuchte es noch einmal mit kurzen, einfachen Sätzen:
Hallo Frau N.,
wie Sie sehen haben diese Artikel keinen Preis, das heißt es gibt sie nicht.
Für weitere Fragen (auch telefonisch) stehen wir gern zur Verfügung.
Schönen Gruß
Inge Ulrich
Offenbar fühlte sich Frau N. sehr sicher, war sie doch argumentativ und rhetorisch gut geschult. Deshalb setzte sie ihre Zermürbungstaktik weiter fort:
Hallo Frau Ulrich,
wie ich sehe bieten Sie diese Artikel kostenfrei an, Menge ist frei wählbar
und die Artikel wurden so kostenfrei von Ihrem Rechner aufgenommen. Also sehe
ich per Bestellliste, dass diese Artikel einwandfrei von Ihnen kostenfrei zur
Auslieferung bestätigt worden sind.
Ich bitte daher noch einmal um Lieferung der bestellten Ware. Besten Dank!
Beste Grüße
Gabriele N.
Was konnte Inge dem noch entgegensetzen? Sie war verzweifelt, mit den Nerven am
Ende. Deshalb bat sie den guten Prof.Dr.Sack sich der Angelegenheit persönlich
anzunehmen.
Was er dann mit diesem Schreiben tat:
Liebe Frau N.,
erstmal großes Kompliment. Sie waren ja, wie Sie selbst treffend bemerken,
die erste der aufgefallen ist, dass man offensichtlich eine Ware die ohne Preisauszeichnung
ausgewiesen ist, dann auch (nach Ihrem Verständnis) kostenlos erhalten muss.
Da können und wollen wir wirklich nicht widersprechen. Es ehrt Sie auch ganz
besonders, dass Sie nur je insgesamt drei Stück der 0 Euro Artikel verlangen.
Schließlich hätten Sie doch auch 999 oder über eine Million davon
ordern können. Nicht auszudenken, welche Freude Sie grade jetzt in der Vorweihnachtszeit
vielen armen Kindern hätten machen können. Aber da haben Sie wohl nicht
dran gedacht, oder?
Nun, wie leicht vergessen wir die Menschen, denen es nicht so gut wie uns geht?
Was jedoch die „umgehende Belieferung“ angeht, müssen wir Sie
bitten noch etwas Geduld zu haben. Es wird wahrscheinlich noch etwa 7 –
8 Jahre dauern, bis wir unsere Artikel (dieser Begriff schmerzt besonders, handelt
es sich doch viel mehr um liebevoll angefertigte Perlsacktiere) kostenlos versenden.
Aber das ist doch nicht wirklich lange, oder?
Reden Sie einfach mal mit den Pflegern über das Thema. Sie werden sehen:
„Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge“. (Thomas
Mann)
Herzliche Grüße
Prof.Dr.P.Sack
Kleiner Tipp von uns: Bei Aldi gibt es auch alles umsonst! Müssen Sie mal
gucken, es stehen nirgendwo Preise auf den Artikeln. Also schnell hin!
Damit, liebe Kinder, ging diese Geschichte leider zu Ende. Wir haben nie wieder etwas von der Frau N. gehört. Schade eigentlich, hatte der liebe Prof.Dr.Sack doch grade erst Spaß an der Sache gefunden…
Ein zweites Beispiel soll Euch zeigen, dass nicht alle Menschen unseren Katalog
oder die kleinen Flyer lustig finden. Nun, Humor ist eben ein schwieriges Thema.
Zur Erklärung:
Die Verfasserin des folgenden Briefes hatte sich von unserem Marktstand einen
kleinen Flyer mitgenommen der u.a. diese Beschreibungen enthielt:
„Wat is denn da drin, in die Dinger?
Antwort: Nein, kein Reis! Auch keine gefriergetrockneten Popel (wir würden
niemals Lebensmittel als Füllmaterial verwenden)! Es sind einfach nur naturfreie,
von blinden tibetanischen Jung-Mönchen unter Wasser mit dem Mund geformte
Granulat-Perlen!“
„Was, wenn mein Taschengeld nicht mehr reicht, weil ich mir grade für
„nur 3,50 Euro“ eine Bratwurst am Stand gegenüber gekauft habe
und nun leider pleite bin?
Antwort: Die Bratwurst hättest du so oder so besser weggelassen, die bommelt
dir morgen früh schon wieder in der Schlafanzughose hin und her…
Du kannst aber alle Perlsacktiere auch bei uns rund um die Uhr bestellen.
Geht ganz leicht! Einfach www.perlsacktiere.de anklicken und los geht’s!“
Man kann entweder darüber lachen oder auch nicht…
Susanne aus Hessen war eher weniger begeistert:
Hallo,
ich habe auf dem Museumsuferfest in Frankfurt ein Perlsacktier gekauft. Diese
Kreationen sind wunderschön und ich musste einfach einen Hasenbommel haben.
Die anderen haben mir auch gefallen und erst dachte ich, es wird sicher nicht
mein letztes Perlsacktier sein. Leider finde ich weder den beigefügten Handzettel,
noch die teilweise sehr abstrusen Artikelbeschreibungen auf eurer Website sehr
geglückt. Ich bin sicher alles andere als prüde oder wie die Bayern
sagen „g´schamig“, aber bitte, was suchen derbe Ausdrücke
und Fäkalsprache in der Beschreibung für diese eher niedlichen Geschöpfe?
Ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich das mit der Bratwurst in der Schlafanzughose
gelesen habe. Auf der Rückseite geht’s weiter mit den „gefriergetrockneten
Popeln“. Beides ist schlichtweg ekelhaft. Diese Art von Humor (und ich bin
sicher, ihr seid der Meinung, dass es sich hier um Humor handelt) wird einige
Kunden garantiert davon abhalten, (weitere) Tiere zu „adoptieren“.
Es ist einfach geschmacklos und passt eher an einen Altherren-Stammtisch, als
in eine Artikelbeschreibung für Stofftiere. Ist euch klar, dass auch Kinder
diese Zettel in die Finger bekommen?
Die Beschreibungen auf euerer Website (z.B. Drache und Arschkriecher) sind teilweise
genauso widerlich. „Der Darm ist noch warm“? (Es ist ok, dass einige
Menschen ihre Fäkal-Phase niemals überwinden, aber bitte, bitte, lasst
das doch weder an euren Kunden, noch an den Perlsacktieren aus.
Ich hoffe, ihr überdenkt das noch mal, denn ich bin sicher, dass einige Menschen,
die eure Info-Zettel mitgenommen haben, dann vom Kauf absehen, weil sie sich vor
Ekel schütteln beim Durchlesen.
Freundliche Grüße
Susanne
Unsere Antwort:
„Kunst darf alles!“ (Joseph Beuys)
Es gab sogar noch eine weitere E-Mail in der gleichen Richtung. Damit sind aber auch schon alle negativen Reaktionen abgelichtet, die wir in den letzten 15 Jahren – zumindest in schriftlicher Form (von den anonymen Drohanrufen wollen wir heute noch nichts erzählen) erhalten haben. Gemessen an den tausenden begeisterten Lobbekundungen ein verschwindend geringer Gegenpart.
Sehr geehrte Damen und Herren!
Nachdem ich auf einem Markt eines Ihrer Tiere erstanden habe, wollte ich mit einer
Bekannten und ihren Kindern in Ihrem Onlineshop stöbern, um weitere Tiere
zu erwerben.
Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass wir wegen der wirklich
geschmacklosen Artikelbeschreibungen leider vom Kauf absehen müssen. Ich
bin ansonsten auch kein Fan von „Political Correctness“, aber ich
finde die Texte wirklich schlecht und nicht zum Kauf animierend.
Nicht einmal
unsere Kinder haben die Beschreibungen witzig gefunden. Ich hoffe, Sie nehmen
sich die Kritik zu Herzen (und bieten vielleicht einen eigenen Webshop mit weniger
obzönen Texten an).
Ein sehr enttäuschter
Hans-Peter L.
Antwort:
Okay, Susanne, wir haben es ja verstanden…



